Geschichte

Israel und Palästina - Wem gehört das Heilige Land?

Der amerikanisch-britische Feldzug zum Sturz von Saddam Husseins Diktatur wird zu einer Neuordnung der gesamten Region führen – zu Gunsten Jerusalems. Die Schockwellen werden bis nach Teheran und Damaskus reichen. Der Feldzug durch ein Kerngebiet der arabischen Zivilisation markiert eine Zäsur in den Beziehungen zwischen dem Okzident und dem Orient. Amerika hat der Welt ein Lehrstück militärischer Machtprojektion vorgeführt, doch der Krieg wurde gegen den Widerstand des bestehenden internationalen Systems geführt und hat die Gesetze der Staaten-Ordnung entscheidend verschoben. Washington hat klar gemacht, dass es die alten Regeln nicht mehr befolgen will, weil es sie für hinderlich und überholt hält. Die neuen Regeln – Prävention, "Koalitionen der Willigen" nach Bedarf – dienen zunächst nur Amerika. Aber was dient dem Rest der Welt? Tatsache ist, dass die USA seit dem Ende der Supermachtrivalität mit unterschiedlichen Strategien und einer breiten Palette von Instrumenten, die von der Wirtschaft über die Medien bis zur Diplomatie und Militärmacht reichen, an der Konsolidierung einer Pax Americana arbeiten. Die Palästinafrage ist der Lackmustest dafür, ob die Regierung Bush es ernst meint mit der Befreiung und Demokratisierung des Mittleren Ostens. Deshalb besteht zwischen dem Irak-Krieg und dem scheinbar endlosen israelisch-palästinensischen Konflikt ein starker emotionaler und politischer Zusammenhang. Dies umso mehr, als das mächtige Amerika, das jetzt dabei ist, das Zweistromland in seinen Einflussbereich zu bringen, gleichzeitig seine schützende Hand über den Kleinstaat Israel hält.

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Arabisch-Israelische Kriege

Der Staat Israel hat seit seiner Gründung mehrere Kriege und zwei palästinensische Aufstände (Intifadas) erlebt. Diese Waffengänge stellen in der Hauptsache das militärische Moment des Nahostkonflikts dar.

 

Arabisch-Israelische Kriege

Die folgende Auflistung enthält die gewalttätigen Auseinandersetzungen, die vom israelischen Verteidigungsministerium als Kriege betrachtet werden.
• Palästinakrieg, auch israelischer Unabhängigkeitskrieg (November 1947 - Juli 1949):
Dieser Krieg begann mit dem arabisch-israelischen Bürgerkrieg zwischen jüdischen und arabischen Milizen in der Zeit am Ende der britischen Mandatsherrschaft. Nach der israelischen Staatsgründung im Mai 1948 wandelte die Auseinandersetzung sich in einen regulären Krieg, als die arabischen Staaten Israel umgehend den Krieg erklärten. Der Krieg endete mit dem Waffenstillstandsabkommen von 1949 zwischen den Staaten Israel, Ägypten, Libanon, Syrien, Irak und Jordanien. Die ausgehandelte Waffenstillstandslinie ist auch als die „Grüne Linie“ bekannt.
• Sueskrise, auch Sinai-Krieg (Oktober 1956 - März 1957):
Begann mit dem Angriff auf Ägypten durch Truppen Israels, Englands und Frankreichs zur Besetzung der Sinai-Halbinsel. Der Angriff war die Reaktion auf die Verstaatlichung des Sueskanals durch Ägypten.
• Sechstagekrieg, auch Junikrieg (Juni 1967): Angriff Israels auf seine Nachbarn Ägypten, Syrien und Jordanien, nachdem Ägyptische Truppen an der Grenze zu Israel aufmarschiert waren, um so einem befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorzukommen. Die Länder Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Algerien waren durch Truppen- und Waffenlieferungen ebenfalls involviert. Aus dem Sechs-Tage-Krieg resultierte die israelische Besetzung des Gazastreifens, des Sinais, des Westjordanlands und der Golanhöhen.
• Abnutzungskrieg (Juli 1967 - August 1970):
Ein eingeschränkter Krieg zwischen Streitkräften Israels, Ägyptens, der UdSSR und der PLO. Von Ägypten initiiert um die israelische Besetzung des Sinai rückgängig zu machen. Die Kämpfe endeten mit einem Waffenstillstand mit dem die Fronten unverändert blieben.
• Jom-Kippur-Krieg, auch Oktoberkrieg (Oktober 1973):
Arabischer Angriff am jüdischen Feiertag Jom Kippur mit dem Ziel die Gebiete zurückzuerobern, die Israel 1967 besetzt hatte. Infolge dieses Krieges kam es zu einem Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel.
• Operation Litani (März 1978):
Einmarsch der israelischen Armee in den Libanon nach einer Reihe von Anschlägen, wobei der Küstenstraßen-Anschlag den unmittelbaren Anstoß gab.
• Libanonkrieg 1982 (Juni - September 1982):
Begann mit dem israelischen Einmarsch im Südlibanon als Antwort auf regelmäßige Attacken terroristischer Gruppierungen, die vom südlichen Libanon aus operierten. Die israelische Armee griff dabei in den libanesischen Bürgerkrieg ein. Siehe auch Operation Litani
• Libanonkrieg 2006 (Juli - August 2006):
Begann als militärische Reaktion Israels auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah. Der Konflikt weitete sich schrittweise aus, wobei das primäre Ziel Israels die Schwächung der Hisbollah war. Dieser Krieg endete mit einem Waffenstillstand, der durch die Vereinten Nationen vermittelt wurde.

 

Krieg im Gazastreifen 2012

→ Hauptartikel: Operation Wolkensäule
Am 14. November 2012 begann die israelische Armee mit Operation Wolkensäule Angriffe auf militärische Ziele im Gazastreifen. Diese erfolgte nach Angaben der israelischen Armee u. a. als Reaktion auf Raketenanschläge von Gaza aus, mit dem Ziel diese zu stoppen und die Fähigkeiten der dortigen militärischen Organisation zu reduzieren.[28]

 

Krieg im Gazastreifen 2014

→ Hauptartikel: Gaza-Konflikt 2014
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte begannen die Militäroperation Protective Edge am 8. Juli 2014, nachdem die Hamas und andere militante palästinensische Gruppen aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel schossen.


Kurzfassung der Geschichte Israels

Nach dem zweiten Weltkrieg beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass auf dem Boden Palästinas ein jüdischer und ein arabischer Staat entstehen solle.
Mit der Rückgabe des britischen Mandats in Palästina an die Vereinten Nationen und der Ausrufung des Staates Israel am 14.5.1948 erfüllt sich für die Juden ein Traum: ein eigener jüdischer Staat. Die Menschen kehren in das gelobte Heilige Land nach tausenden von Jahren zurück.
Doch das Land ist besiedelt. Es ist die Heimat der Palästinenser, nicht nur der Juden, auch der Moslems und Christen. Daran knüpfen sich viele Fragen, zum Existenzrecht Israels wie zum Schicksal der Menschen, die hier leben.
Israel muss sich heftigen Konflikten mit den Einwohnern Palästinas und den Nachbarländern stellen:

1948 Staatsgründungskrieg: Tausende von Palästinensern (Christen und Moslems) werden vertrieben
1965 Suezkrise
1967 Sechstage-Krieg
1973 Jom-Kippur-Krieg
2006 Libanon-Krieg
2008 Gaza-Krieg
2012 Gaza-Krieg

Der immer wieder siegreiche junge Staat besetzt im Laufe der Zeit weitere palästinensische Gebiete, die für jüdische Zuwanderer zur Heimat werden. Hier lebende Palästinenser werden gleichzeitig vertrieben und verlieren ihre Heimat.

Ab 1964 beginnt die politische Auseinandersetzung mit der in jenem Jahr gegründeten Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. Deren 1969 gewählter Vorsitzender Jassir Arafat erkennt erst 1988 das Existenzrecht Israels an.
Zahlreiche bilaterale und internationale Friedensbemühungen führen nicht zum Ziel.
Israel hat einen Palästinenserstaat bis heute nicht akzeptiert.

Und doch gibt es auch eine zunehmende Anzahl Israelis, die sich um eine Aussöhnung mir den Palästinensern bemühen, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen und die auf ein friedliches Zusammenleben mit ihnen hoffen.



Kurzfassung der Geschichte Palästinas

Seit etwa 1880 finden Juden, die in Osteuropa verfolgt werden, den Weg nach Palästina. In den Dreißiger und Vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts strömen darüber hinaus sehr viele jüdische Flüchtlinge des Nazi-Terrors in das Land.
Mit dieser verstärkten jüdischen Einwanderung beginnt das, was wir heute den Nahost-Konflikt nennen.

Die Palästinenser stehen der Gründung des Staates Israel 1948 ohnmächtig gegenüber. Sie werden zu Heimatlosen im eigenen Land oder vertrieben in die arabischen Nachbarländer, in denen sie noch heute als Fremde leben.

Der junge israelische Staat erobert und besetzt als Gewinner des Krieges von 1967 den Gazastreifen, das Westjordanland und die Golanhöhen.
In den besetzten Gebieten werden jüdische Siedlungen errichtet. Das empfindet die palästinensische Seite als Provokation.
Ab 1987 kommt es zur Intifada, dem Aufstand jugendlicher Palästinenser gegen die Besatzung.
1993 wird in Washington eine Grundsatzerklärung unterzeichnet, die den Weg zum Frieden und zu Autonomie der Palästinenser freimachen soll. Der Bau der Sperranlagen, die Israelis und Palästinenser voneinander trennen, verhärtet aber in der Folgezeit die Fronten wieder.

Seit 1948 haben die (christlichen und moslemischen) Palästinenser in diesem Schmelztiegel keinen eigenen Staat. Ungefähr vier Millionen von ihnen leben als Menschen zweiter Klasse in Israel. Weitere mehr als vier Millionen Palästinenser leben in arabischen Ländern – auch dort unterdrückt und rechtlos und mit der Sehnsucht nach Heimat und Frieden.

Zahlreiche Palästinenser hoffen auf ein friedliches Zusammenleben, auch und gerade mit den Israelis.


 

Staatsgrenzen

Das Gebiet eines künftigen palästinensischen Staates und sein Grenzverlauf zu Israel sind ungeklärt und auch unter den Palästinensern selbst umstritten. Da die Araber den UN-Teilungsplan von 1947 (Resolution 181) abgelehnt hatten und Israel einen Großteil der darin vorgesehenen Palästinensergebiete im Palästinakrieg annektierte, reduzierte sich das ursprünglich für einen Palästinenserstaat vorgesehene Gebiet enorm.

Von 1960 bis etwa 1989 strebte die PLO gemäß interner und offizieller Dokumente einen Palästinenserstaat an, der die Gebiete Jordanien, Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen einschließen sollte. Die PLO gab die Forderung nach einem Staat auf dem Gebiet Israels 1993 im Oslo-Abkommen auf und erkannte das Existenzrecht Israels 1998 offiziell an. Sie strebt heute einen Staat auf dem Gebiet des gesamten Westjordanlandes und in Gaza mit Ostjerusalem als Hauptstadt an.

Teile der Fatah sowie die islamistischen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad fordern jedoch weiterhin die „Befreiung ganz Palästinas“ einschließlich des Gebietes Israels, also dessen Beseitigung.


 

Rückkehrrecht

Unter den Parteien besonders umstritten ist das Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge, die im Zuge der Staatsgründung Israels ihre Heimat verließen, ihr Eigentum verloren haben und nicht mehr zurückkehren durften. Die Palästinenser fordern das Rückkehrrecht für alle damaligen Flüchtlinge (etwa 700.000) sowie die heute als Flüchtlinge geführten Palästinenser (etwa 6 Millionen, nach palästinensischen Angaben 8,5 Millionen). Israel verweigert dies und verweist dabei auf das israelische Rückkehrgesetz für Juden aus aller Welt sowie auf die während Israels Staatsgründung aus den arabischen Ländern vertriebenen Juden: ein Rückkehrrecht sowohl für Juden als auch für Palästinenser würde zu einer Auflösung des Staates Israel in seiner derzeitigen Konzeption als jüdisch dominierter Staat führen, ein Rückkehrrecht oder eine Entschädigung für die arabischen Juden sei zudem undenkbar.

Die Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland werden trotz ihrer Zugehörigkeit zu den Palästinensischen Autonomiegebieten bis heute vom UNRWA mehrheitlich als Flüchtlinge geführt und sind zumeist faktisch staatenlos. Selbiges gilt auch für die Palästinenser, die bis heute in Flüchtlingslagern im Libanon und in Syrien leben. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern und den durch Israel besetzten Gebieten findet vor allem in letzteren ein anhaltendes Bevölkerungswachstum statt. Von 1967 bis 2002 stieg die Zahl der Palästinenser in den Gebieten von 450.000 auf 3,3 Millionen. Die Geburtenrate im Gazastreifen gehört seit Jahren zu den höchsten der Welt. Etwa die Hälfte aller Bewohner der besetzten Gebiete und Flüchtlingslager sind unter 15 Jahre alt. Der Soziologe Gunnar Heinsohn sieht darin einen klassischen Fall des Youth Bulges und eines der wesentlichen Probleme des Nahostkonflikts im neuen Jahrtausend. Die hohe Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit unter palästinensischen jungen Männern führe zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft und einer Anfälligkeit für extremistische Ideologien, woran jedoch nach Ansicht Heinsohns auch ein unabhängiger palästinensischer Staat vorerst nichts ändern würde. Die palästinensischen und arabischen Führer hätten gar kein Interesse, die Feindschaft zu Israel zu beenden, da sie befürchteten, die gewalt- und umsturzbereiten jungen Männer würden sich sonst gegen sie wenden. Die palästinensischen Führer hätten zudem keine Skrupel, die jungen Männer als „Waffe“ einzusetzen.